Podcaster Toolbox #4: Wie lange soll mein Podcast sein und wie oft soll er erscheinen

In diesem Blogbeitrag möchte ich euch die zwei Fragen beantworten, die wir in unserer Agentur gefühlt am häufigsten gestellt bekommen: Wie lange soll eine Podcast-Folge sein und wie oft bzw. wie regelmäßig müssen die Folgen des Podcasts erscheinen, damit sie erfolgreich sind.

Wie bereits bekannt, gibt’s natürlich auch alles zum nachhören in unserem Podcast. Wer lieber liest, für den haben wir unten alles zusammengefasst.

Hier könnt ihr den „BOCK AUF PODCAST“-Folder downloaden.

Über Dauer und regelmäßige Erscheinungs-Zyklen der Podcast-Folgen

Die Frage, wie lange eine Folge sein muss, oder sein darf, um erfolgreich zu sein, wird mir beinahe täglich gestellt. Gleich dahinter in der Fragen-Hitparade rangiert die Frage nach der Häufigkeit der Veröffentlichungen einer Folge.

Und ich würde mich ja wirklich selbst am meisten darüber freuen, wenn es dafür eine eindeutige Antwort gäbe. Wenn ich euch also guten Gewissens sagen könnte, die ideale Folge ist 22 Minuten lang, hat ein 14 minütiges Interview drinnen, und erscheint jeden Dienstag um Punkt 10:28 und damit ist Erfolg garantiert.

Leider ist es aber nicht so einfach.

Nichtsdestotrotz möchte ich euch ein paar grundsätzliche Gedanken zu diesem Thema mitgeben und einige Erfahrungswerte, die wir nach hunderten von produzierten Folgen für uns herausgezogen haben, an euch weitergeben. Dazu muss ich aber ein klein wenig ausholen, weil dieses Thema eben nicht ausschließlich auf Zahlen und Umfragewerten beruhend beantwortet werden kann, sondern eben auch viel auf subjektiven Erfahrungen beruht, die wir aus der Analyse eigener Projekte aber auch anderer erfolgreicher Podcasts gewonnen haben.

Zwei Zahlen habe ich aber dennoch für euch, und die sind schon mal ein Indikator über etwas, das wir hier ansprechen. Wer sich noch an Folge 1 erinnert hat evt. noch im Kopf, dass rund 30 % der Bevölkerung zumindest einmal im Monat, 10-12 % mindestens einmal in der Woche Podcast hören. Und das gibt uns jetzt eigentlich einen guten Ansatz dafür, dass es absolut sinnvoll ist, zumindest einmal im Monat zu erscheinen, besser sogar jede Woche.

Weil was heißt das, wie sind diese Zahlen eigentlich für mich, für euch als diejenigen, die ihr für euer Unternehmen eine Show produziert und veröffentlicht, zu interpretieren?

Im Grunde heißt das, wenn ich die Menschen, die zumindest einmal im Monat einen Podcast hören, erreichen will, muss ich auch in diesem Zeitraum erscheinen. Wenn diese Person tatsächlich nur einen Podcast hört, und das war jetzt glücklicherweise meiner, und wir ja wissen, die kommt nächstes Monat wieder auf die Plattform und hört sich was an – wenn dann keine neue Folge von mir online ist, dann hört die was anderes. Und wenn das spannend ist, dann kommt die nächstes Monat nicht mehr zu mir zurück, sondern zu der Show, die sie statt meiner gehört hat!

PodcasthörerInnen sind treue Seelen.

Wir wissen aus Umfragen, dass sie sich weitere Folgen derselben Show anhören bzw. alte Folgen nachhören, wenn sie erst einmal Gefallen gefunden haben an einem Podcast. Das heißt aber eben für uns als Host oder Producer auch, dass wir dafür Sorge tragen müssen, dass regelmäßig Nachschub auf die Plattformen gestellt wird. Weil es gibt für PodcasthörerInnen nichts schlimmeres, als wenn sie sich auf eine neue Folge freuen, und es ist nichts da.

Ihr seht also, eine monatliche Erscheinungsweise ist eigentlich das mindeste, was ihr einplanen solltet. Eine wöchentliche Erscheinung ist – aus unserer Erfahrung heraus – mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch um einiges effektiver.

Aber, und so realistisch muss man dann auch sein, das ist für Unternehmen, vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen, ein fast unrealistisches Szenario. Da geht’s dann eher in Richtung monatliche Erscheinung.

Seid ihr aber ein EPU, also ein Ein-Personen-Unternehmen, dann habt ihr hier einen enormen Vorteil gegenüber den großen Playern. Weil euch verbietet ja keine Arbeitszeitregelung oder irgendwelche Betriebsräte, dass ihr am Abend statt auf der Couch zu sitzen noch schnell ein paar Sätze ins Mikro sprecht. Nur mal schnell nachgerechnet: Wenn ihr jeden Tag von Montag bis Freitag nur fünf Minuten aufnehmt, zu dem Thema, zu dem ihr reden wollt, habt ihr jede Woche 25 Minuten Material für eine Podcastfolge! WOW!

Die Podcasts aus der Kategorie Business, die wirklich gut performen, nicht nur bei uns, sondern auch international, zeichnet folgende zwei Dinge aus:

  • Hohe Frequenz (im Schnitt 6,3 Folgen pro Monat!)
  • Regelmäßige Erscheinzyklen (z.B. jeden Montag oder immer Montags und Donnerstags etc.)

Zusammenfassend kann man also sagen, je öfter ein Podcast erscheint, desto besser wird er gehört und eine regelmäßige Erscheinung, d.h., dass immer am gleichen Tag publiziert wird, ist ebenfalls wichtig.

Und das gilt vor allem auch für Podcasts mit längeren Publikationszyklen. Wer also nur einmal im Monat erscheint, der sollte tunlichst darauf acht geben, dass es immer zum Beispiel der erste Montag im Monat ist. Und da fährt dann bitte der Zug drüber. Je länger die Zeiträume zwischen den Folgen sind, desto wichtiger ist die Regelmäßigkeit.

Nachdem wir jetzt wissen, wie oft und wann ein Podcast erscheinen soll – sehr oft und immer an gleichen Tagen – stellt sich die Frage, wie lange darf eine Folge sein.

Folgenlänge – auf was solltet ihr achten

An diesem Thema entbrennen auch unter PodcasterInnen und Produzenten, aber auch den Hosts und Unternehmen die meisten Debatten. Weil es keine klare Empfehlung dafür geben kann. Ich kenn Leute, und wir haben auch Kunden die diese Ansicht vertreten, dass länger als 10 Minuten keiner anhört. Am anderen Ende der Fahnenstange sitzen die, die behaupten wenn ein Podcast kürzer als 45 Minuten ist, dann ist er nichts wert. Besser sind noch 90 Minuten oder mehr. Und auch diese Kunden finden sich bei uns wieder. Und ganz ehrlich gesagt, sie haben alle recht. Weil es eben nicht so ist, dass es klar wäre, dass ein 40-Minüter besser performed als ein 10-Minüter. Aber es ist eben auch nicht so, dass der 10-Minüter besser performed als der 45-Minüter. Weil es kommt eben ganz auf den Inhalt an. Content ist King! Und bevor mir da jetzt jeamnd vorwirft, ich würde hier das Phrasenschwein bedienen, möchte ich das aus unserer Sicht als Producer und Agentur erklären.

Content ist King

Was wir versuchen mit unseren Kunden herauszuarbeiten, sind grobe Anhaltspunkte innerhalb derer sich dann die Folgenlänge bewegen soll. Wir sind der Überzeugung, dass das Thema und der Content, den dieses Thema liefern kann, die Länge der Folge beieinflusst und nicht umgekehrt. Wenn also eine Information in 10 Minuten verpackt werden und hinlänglich abgehandelt werden kann, dann ist es aus unserer Sicht nicht notwendig, das ganze künstlich so in die Länge zu ziehen, dass es 25 Minuten dauert.

PodcasthörerInnen sind weder naiv noch konsumieren sie nebenbei.

Sie entscheiden sich ganz bewusst dafür, etwas anzuhören. Und dafür, dass sie uns ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit zur Verfügung stellen verlangen sie von uns, dass wir ihnen konkrete, hilfreiche, fundierte und gut recherchierte Inhalte zur Verfügung stellen. Was sie weder wollen noch tolerieren – das zeigen die Hörerumfragen immer wieder – ist, dass sie entweder nur Headlines um die Ohren gehaut bekommen, ohne dass dann tatsächlich auf die Themen in ihrer Tiefe eingegangen wird, oder dass über etwas unnötig lange und langatmig gesprochen wird. Beides bestrafen sie mit Liebesentzug, was in unserem Fall den Rückkgang von Hörerinnen bedeutet.

Kurzum: Die ideale Folge ist genau so lang, wie es eben dauert das besprochene Thema fundiert abzuhandeln. Schafft ihr das in 10 Minuten? Gut, dann ist die Folge eben nur 10 Minuten lang. Wenn die Komplexität des Themas aber verlangt, dass man darüber 50 Minuten spricht, dann müsst ihr auch den Mumm haben, die Folge so lang zu machen!

Eure Hörerinnen werden es euch danken!

Und zum Abschluß noch ein Gedanke, den ihr immer im Kopf haben solltet, wenn es ums hören von Podcasts geht:

Podcasts sind kein lineares hören – Einen Podcast hört man nicht mal eben zufällig, weil er halt grad im Radio läuft. Das ist immer eine aktive Entscheidung! Das heißt auch, wer einen Podcast unterbricht, weil eben die Fahrt zur Arbeit nur 25 Minuten dauert oder die Oma überraschend vor der Tür steht, der hört den Podcast in der Regel später fertig, weil das Thema interessiert ja, sonst wäre die Person ja von Anfang an gar nicht als HörerIn zu gewinnen gewesen!

Wenn ihr Fragen habt, Feedback geben wollt oder sonst mit uns in Kontakt treten dann schreibt uns an podcast@zweihochzwei.at ­– wir freuen uns über jede eurer Rückmeldungen. Und natürlich freuen wir uns auch, wenn ihr die Podcaster Toolbox weiterempfehlt, uns eine Bewertung gebt oder uns abonniert oder folgt – je nachdem wo ihr die Podcaster Toolbox hört.