Podcaster Toolbox #1: Globale und nationale Marktanalyse

In unserer Eigenproduktion Podcaster Toolbox wollen wir euch Anhaltspunkte dafür liefern, was ihr berücksichtigen müsst, wenn ihr selbst einen Unternehmens-Podcast an den Start bringen wollt. Für Unternehmen gilt es nämlich ein paar Dinge im Auge zu behalten, die für den „normalen“ Podcaster möglicherweise nicht weiter wichtig sind. Wir werden euch also in dieser ersten Staffel vom Podcastmarkt über globale Trends bis hin zu den wirklich wichtigen Metriken bei Corporate Podcasts einen Guide in die Hand geben, damit ihr alles habt, was ihr braucht um erfolgreich euer Unternehmen, eure Marke oder eure Produkte in einem Podcast zu präsentieren.

Ihr könnt euch gleich hier die erste Folge anhören. Wer lieber liest, für den haben wir unten die wichtigsten Inhalte kurz zusammengefasst.

Hier könnt ihr den “BOCK AUF PODCAST”-Folder downloaden.

Wachstumspotentiale in einem globalen Podcastmarkt

Im ersten Beitrag wollen wir euch einen groben Überblick geben, wie der globale Podcastmarkt aussieht, welche Wachstumspotentiale es gibt und wo die größten bestehenden Märkte sind. Und natürlich auch, warum es sich lohnt, gerade jetzt einen Podcast als Unternehmen – einen sogenannten Corporate Podcast – zu starten.

Was hauptsächlich als US-amerikanischer Trend begann, hat sich inzwischen zu einem globalen Phänomen entwickelt. Jede Woche hören mehr als 500 Millionen Menschen einen Podcast. Trotz seiner Größe befindet sich Podcasting noch in einem frühen Stadium seiner Akzeptanzkurve. Wir bewegen uns in den Early Adopter-Bereich, der durch eine Polarisierung des Marktverhaltens gekennzeichnet ist (starke Nutzer vs. Kritiker). Geschäftsmodelle sind noch relativ unterentwickelt.

Wie definiert sich eigentlich der Podcastmarkt?

Aktuell sprechen wir weltweit von rund 500 Millionen Menschen, die mindestens einmal pro Woche Podcasts hören.

500 Millionen hört sich jetzt erst mal viel an sind aber, wie wir wissen, weniger als 6 % der gesamten Weltbevölkerung. Wenn wir nun alle die als Hörer von Podcasts nicht in Betracht kommen wegnehmen, also alle die zu alt, zu jung sind aber auch alle, die aus infrastrukturellen und technischen Mängeln keinen Zugang zu Podcasts haben, sprechen wir von rund 10-12 % des weltweiten Marktes.

Das heißt aber auch, dass das Stadium der Innovators bereits verlassen wurde und wir uns im Bereich Podcasts im Stadium der Early Adopters befinden. Und da wird’s jetzt interessant.

Early Adopters sind in der Regel höher gebildet, haben einen relativ hohen Status in der Gesellschaft, haben auch ein hohes Bedürfnis nach sozialer Mobilität, zeigen in der Regel auch viel Empathie und sind dementsprechend weniger dogmatisch, was wiederum eine positivere Einstellung zu Themen wie (technologischem) Wandel und Risiken mit sich bringt. Weil diese Denkweisen auch eine leichtere Integration in neue soziale Systeme mit sich bringt, sind Early Adopters später auch sehr oft die Meinungsführer in den entsprechenden Thematiken.

Auf die Early Adopters folgen später die sog. Early Majority, also die frühe Mehrheit, dann die späte Mehrheit und schließlich die late adopters, also die, die ganz zum Schluss etwas aufgreifen, weil‘s halt nicht mehr anders geht.

Wo sind die großen Podcast-Märkte?

Wo sind jetzt eigentlich die großen Podcastmärkte? Also Märkte wo eben jetzt schon mehr als die besprochenen 10-12 % der Bevölkerung Podcasts hören. Wenig überraschend ist das die sog. Westliche Welt, also Europa, da v.a. EU-Länder, natürlich die USA und Kanada und auch einige asiatische Staaten gehören dazu. Weltmeister ist aber nicht etwa wie man erwarten könnte die USA, sondern Südkorea, wo schon rund 50 % der Bevölkerung wöchentlich mindestens einen Pod hören! In Europa sind v.a. Spanien mit rund 40 % und auch Schweden mit ca. 35 % hervorzuheben. In Europa kann man auch feststellen, dass in den skandinavischen und baltischen Staaten tendenziell mehr Podcasts gehört werden als zum Beispiel in Frankreich oder Italien, aber auch Deutschland und Österreich haben hier noch enorm viel Luft nach oben. Für Österreich und Deutschland gibt es keine eigenständigen Zahlen, da der österreichische Markt von den großen Streamingdiensten wie Spotify und Apple Podcasts nicht eigenständig bedient wird, aber in Deutschland sagen deren Umfragen, dass rund 30 % einmal pro Monat (Achtung – in Südkorea sind das 50 % in der WOCHE!!!) Podcasts hören, das dürfte bei uns in Österreich ziemlich ähnlich sein.

Welche Auswirkungen hat dies für mein Unternehmen?

Was bedeutet das jetzt für mich als Unternehmerin oder Unternehmer, oder als Marke, wenn ich einen Podcast machen möchte?

Zum ersten, dass man nicht unerfüllbare Ansprüche an Hörerzahlen stellen soll. Ich muss mir voll und ganz bewusst sein, dass Podcasts nichts für schnelle Geschichten ist. Wir stehen da auch was die Marktsättigung betrifft noch ganz am Anfang und daher kann es gar nicht utopisch hohe Zugriffe geben – immer skeptisch sein, wenn jemand von zigtausenden Downloads oder Streams pro Folge spricht. Das ist, speziell bei Corporate Podcasts, zur Zeit eigentlich noch nicht möglich.

Zum zweiten heißt genau das aber auch, dass ich jetzt die Chance habe, mit wenig Aufwand und relativ geringen Mitteln, mein Unternehmen zu positionieren und langfristig zu etablieren und die Themenführerschaft in meinem Gebiet zu übernehmen.

In ein paar Jahren, wenn der Markt steigt und immer mehr dorthin drängen wird das natürlich schwerer.

Mit anderen Worten – jetzt einsteigen und langsam aber stetig wachsen ist weit weniger anstrengend als später um einen Platz an der Sonne kämpfen zu müssen!

In der nächsten Folge sprechen wir darüber, wie wichtig es für euren Erfolg ist, euch richtig in den Kategorien die zur Auswahl stehen zu positionieren, wie wichtig das richtige SEO für euren Podcast ist und warum „Spiking“ nur kurzfristigen Erfolg bringt.

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